Gesundheitsforum: Gelenkschmerzen ohne OP behandeln

Schwerpunkt minimalinvasive Embolisation | Referenten: Prof. Dr. Michael Schnabel (Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie) und Prof. Dr. Jakub Wiskirchen (Chefarzt der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin)
Ort
Räume Köln und Bremen – Gesundheitszentrum gegenüber Franziskus Hospital Bielefeld
Kiskerstraße 19
33615 Bielefeld
Veranstalter
Franziskus Hospital Bielefeld
Termine
Embolisation bei Gelenkschmerzen
Gelenkschmerzen sind quälend. Zuerst versucht man die bewährten „Klassiker“: gezielte Bewegung und Physiotherapie, Muskelaufbau, Wärme/Kälte je nach Situation, Entlastung im Alltag (z. B. Griffhilfen, Bandagen), und wenn nötig passende Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente. Manchmal helfen auch Spritzen ins Gelenk oder eine Radiosynoviorthese: Dabei wird die entzündete Gelenkschleimhaut mit einer kleinen Menge Medikament von innen beruhigt, um Schmerzen zu senken und die Beweglichkeit zu verbessern.
Wenn das alles nicht reicht und man eine Operation vermeiden möchte, rückt eine moderne, meist ambulante Möglichkeit in den Fokus: die Embolisation. Viele anhaltende Gelenkschmerzen hängen mit einer dauerhaften Reizung zusammen. Dabei bilden sich in und um das Gelenk sehr feine, „überaktive“ Blutgefäße, die die Entzündung mit antreiben – und damit auch den Schmerz. Bei der Embolisation werden diese winzigen Gefäße gezielt behandelt, damit die Entzündung weniger „Futter“ bekommt. Der Arzt führt dafür über eine kleine Einstichstelle (meist in der Leiste oder am Arm) einen sehr dünnen Katheter in die Gefäße und steuert ihn unter Röntgenkontrolle bis in die Nähe des betroffenen Gelenks. Dann werden spezielle Mikroteilchen oder ein geeignetes Material eingebracht, das die problematischen Gefäße verschließt (embolisiert). Ziel ist nicht, das Gelenk „stillzulegen“, sondern die krankhafte Mehrdurchblutung zu vermindern – häufig mit spürbarer Schmerzlinderung und besserer Funktion im Alltag.
Der Eingriff dauert meist nicht lange, erfolgt in der Regel mit örtlicher Betäubung und kurzer Überwachung danach. Viele Patientinnen und Patienten sind rasch wieder mobil, sollten das Gelenk aber anfangs schonen und die Physiotherapie anschließend gezielt fortführen. Wichtig: Embolisation ist nicht für jeden geeignet. Vorher braucht es eine klare Diagnose und passende Bildgebung, und es muss geprüft werden, ob die Beschwerden wirklich zu einer entzündlichen Mehrdurchblutung passen. Insgesamt kann die Embolisation eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind und man eine OP möglichst vermeiden oder hinauszögern möchte.