Beratung bei Prostatakrebs

Die Diagnose Prostatakrebs verunsichert viele Männer. Es erscheint manches Mal schwer, zu beurteilen, was auf einen zukommt, wie die Heilungschancen sind und mit welchen Konsequenzen man in Zukunft leben muss. Wir geben Ihnen in dieser Situation umfassende Informationen und beantworten Ihnen gern alle Ihre Fragen – hier gibt es keine Tabus.

Im Prostatazentrum verwirklichen wir das sogenannte »Case Management«. Ziel des Case Managements ist es, interdisziplinäre und berufsübergreifende Abläufe von der Aufnahme über die Behandlung bis hin zur Entlassung patientenorientiert zu koordinieren und Ihnen somit eine umfassende, standardisierte Betreuung zu garantieren.

Und wenn Sie einen Gesprächspartner brauchen, der Sie bei der Auseinandersetzung mit der Diagnose und Therapie unterstützt oder Ihren Angehörigen helfend zur Seite steht, scheuen Sie sich nicht, sich direkt an unsere Psychoonkologin Jutta Rother zu wenden. Sie vermittelt Ihnen auch gern Kontakte zu Selbsthilfegruppen. Bei Fragen zur Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt, wie zum Beispiel Rehaklinik, Pflegeversicherung oder Krankengeld, wenden Sie sich direkt an unseren Sozialdienst. Der kann mit Ihnen gemeinsam eine Lösung für eine möglichst optimale Versorgung nach der Entlassung finden.

Hohes medizinisches Niveau
Wir bieten Ihnen eine umfassende Vorsorge, Diagnose und Behandlung bei Prostatakrebs.

Prostatakrebs umfassend behandeln

Bei Ihnen wurde Prostatakrebs diagnostiziert und Sie sind von Ihrem Urologen in das Franziskus Hospital eingewiesen worden. Häufig liegt zwischen den Untersuchungen bei Ihrem Urologen und dem Termin in unserem Hause etwas Wartezeit, Sie brauchen deshalb aber nicht beunruhigt sein, da der Prostatakrebs in der Regel sehr langsam wächst und sich die Prognose durch die wenige Wochen dauernde Wartezeit nicht verschlechtert.

Dennoch ist es wichtig, dass Weichen für die Behandlung und für Ihr weiteres Leben jetzt gestellt werden. Daher informieren und beraten wir Sie und Ihre Angehörigen von Anfang an umfassend. Ob Vorsorgeuntersuchungen, Details zum stationären Aufenthalt, Diagnostik, Behandlungen oder die Zeit danach – bei uns stehen Sie im Mittelpunkt.

Das Krankheitsbild

Häufigster bösartiger Tumor bei Männern

Durch die zunehmende Lebenserwartung wird fast jeder Mann im Laufe seines Lebens mit einer Erkrankung seiner Prostata konfrontiert. Dabei ist Prostatakrebs (Prostatakarzinom) mit 25,4 Prozent die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Durch die ständig verbesserten diagnostischen Möglichkeiten nimmt die Anzahl an jüngeren Patienten einerseits deutlich zu, andererseits wird unsere Gesellschaft stetig älter. Die Anzahl der Patienten mit nachgewiesenem Prostatakrebs wird daher in den kommenden Jahren stetig ansteigen.

Neben der Behandlung von Prostatakrebs therapieren wir selbstverständlich auch gutartige Prostatasyndrome und führen weitere urologische Therapien durch. Dies sind zum Beispiel andrologische Eingriffe an Penis, Hoden und Harnröhre. Sie gehören zu den häufigsten Operationen im Prostatazentrum und lassen sich meist als kurzzeitstationäre Eingriffe durchführen.

Wir möchten Ihnen hier einen groben Einblick in das Krankheitsbild Prostatakrebs gegeben. Zögern Sie jedoch nicht, uns persönlich anzusprechen, wenn Ihnen etwas unklar ist und Sie Fragen haben.

Prostata – die Vorsteherdrüse

Prostata – die Vorsteherdrüse

Die Prostata gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes, genauso wie Hoden, Nebenhoden, Samenleiter und Samenblasen. Sie ist eine Drüse, deren Sekret für die Bewegungsfähigkeit von Spermien notwendig ist. Sie befindet sich direkt unterhalb der Harnblase und wird daher auch Vorsteherdrüse genannt. Die Harnröhre nimmt am Blasenausgang (dem »Blasenhals«) ihren Weg durch die Prostata Richtung Penis. Normalerweise hat die Prostata etwa die Größe und Form einer Kastanie mit einem Volumen von ungefähr 20 Millilitern.

Häufigkeit von Prostatakrebs

Häufigkeit von Prostatakrebs

Das Prostatakarzinom (PCa) ist die häufigste bösartige (maligne) Erkrankung des Mannes und die dritthäufigste Todesursache unter den Malignomen. Zum jetzigen Zeitpunkt erkranken in Deutschland über 60.000 Männer jährlich am PCa. Im Mittel liegt das Erkrankungsalter bei 69 Jahren. Für das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen (ca. 18 Millionen Einwohner) bedeutet dies eine immense gesundheitspolitische Aufgabe mit erheblichen volkswirtschaftlichen Auswirkungen. Jedoch ist die Prognose bei Prostatakrebs gut. Durch Früherkennung im Rahmen der Vorsorge können PCa in lokalisierten Stadien diagnostiziert und betroffene Männer geheilt werden.

Warum Prostatakrebszellen entstehen und sich manche zu einer lebensbedrohlichen Krankheit weiterentwickeln, ist unbekannt. Als Risikofaktoren gelten jedoch das Alter und genetische und hormonelle Faktoren. Aber auch die Umwelt oder die Ernährung können die Krankheitsbildung beeinflussen.

Entstehung und Formen

Entstehung und Formen

Meistens, in ca. 80 Prozent der Fälle, entstehen Karzinome der Prostata in den äußeren (peripheren) Abschnitten der Drüse. Nicht alle Tumore sind tastbar, daher sind Untersuchungen notwendig, um das kranke Gewebe genau zu lokalisieren.

Ein Prostatakarzinom, das ertastet oder mit bildgebenden Verfahren dargestellt werden kann, bezeichnet man als klinisch oder manifest. In diesem Fall wird mithilfe einer Gewebeprobe (Prostatabiopsie) die Diagnose gesichert und die gegebenenfalls notwendige Therapie durchgeführt.

Von den manifesten Karzinomen unterscheidet man die inzidentellen Karzinome, die zufällig bei einer Untersuchung oder Operation der Prostata unter anderer Fragestellung diagnostiziert werden. Auch erfolgt die Absicherung der Diagnose immer durch den Pathologen anhand von Gewebe. Es gibt jedoch auch sogenannte latente Prostatakarzinome. Sie haben keinen Einfluss auf die Lebenserwartung oder das Wohlgefühl des Betroffenen und werden erst durch eine Obduktion nach dem Versterben des Betroffenen entdeckt. Als weitere, seltene Form gibt es das okkulte (verborgene) Prostatakarzinom. In diesem Fall werden Tochtergeschwülste (Metastasen) diagnostiziert, der Ausgangstumor selbst jedoch nicht.

Wachstum und Ausbreitung

Wachstum und Ausbreitung

Die Wachstumsgeschwindigkeit vom Prostatakarzinom ist sehr langsam. Die kranken Zellen wachsen zunächst innerhalb der Prostata, sodass es lange dauert bis sie die Prostatakapsel durchbrechen und Metastasen andere Köperregionen, wie zum Beispiel die Lymphknoten oder das Skelett, befallen. Die Ausbreitung des Karzinoms wird mit einem bestimmten System, dem sogenannten TNM-System erfasst. Hierbei steht das T für den Primärtumor, N für Lymphknoten und M für Fernmetastasen (Metastasen außerhalb der Lymphknoten). Nach den Untersuchungen werden diese Kategorien mit Ziffern und Buchstaben weiter differenziert, deren Kombination eine Aussage über die Ausbreitung des Prostatakarzinoms gibt. Anhand dieser Angaben kann dann der individuell passende Behandlungsplan erstellt werden.

Wenn Sie Einblicke in die weitere Aufschlüsselung des TNM-Systems bekommen möchten, schauen Sie auf die Seite der Deutschen Krebsgesellschaft oder sprechen Sie uns gern darauf an.

Klassifikation

Klassifikation

Tumor wachsen sehr unterschiedlich und auch ihre Ausbreitung ist nicht immer gleich. Damit die richtige Behandlung durchgeführt werden kann, muss folglich der Tumor klassifiziert werden. Diese Klassifizierung nimmt der Pathologe anhand der Gewebe- und Zelluntersuchung vor. Er beurteilt den Aufbau des Gewebes (Histologie) und das Aussehen der Zellen (Zystologie) und bestimmt Typ und Bösartigkeit (Malignität) des Tumors. Nach einheitlichen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) können so gutartige Tumore und Krebsvorstufen von bösartigen Tumoren eindeutig unterschieden werden.

Krankheitszeichen

Krankheitszeichen

In der Regel löst ein Prostatakarzinom im Frühstadium keine besonderen Symptome aus. Dies ist dadurch bedingt, dass ein Prostatakarzinom sich meistens in der peripheren Zone der Prostata ansiedelt und somit nicht schmerzhaft ist und auch keine Auswirkungen auf das Wasserlassen hat. Erst wenn sich Metastasen gebildet haben, kann es zu Beschwerden kommen. Jedoch sind diese Symptome kein Beweis für Prostatakrebs, sondern können auch durch andere Krankheiten ausgelöst werden.

Zudem werden Beschwerden beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen oder Harnträufeln wesentlich häufiger von einem gutartigen Prostatasyndrom ausgelöst als durch ein Prostatakarzinom.

Hat sich der Tumor bereits ausgebreitet, kann es zu Schmerzen von Harnblase, Niere oder umliegenden Organen kommen. Auch Blut im Urin oder Stuhlunregelmäßigkeiten können Hinweise auf einen Prostatakrebs sein. Es gibt jedoch auch anderen Erkrankungen, die diese Beschwerden auslösen. Daher ist es immer notwendig, einen Arzt zu konsultieren und sich umfassend untersuchen zu lassen.