Der Ablauf Ihres stationären Aufenthalts

Die unterschiedlichen Möglichkeiten der Darmkrebsbehandlung hängen maßgeblich von dem Stadium Ihrer Erkrankung ab. Ihr Arzt wird Ihren individuellen Behandlungsplan mit Ihnen besprechen. Um die bevorstehenden Maßnahmen so effektiv wie möglich zu gestalten, möchten wir Ihnen mit einer groben Beschreibung eines Fallbeispiels eine Orientierungshilfe anbieten: Aufgrund eines Tumors im Dickdarm ist für Sie ein Aufenthalt, verbunden mit einer Operation, in unserem Darmzentrum notwendig geworden.

Der Aufnahmetag

Der Aufnahmetag

Melden Sie sich bitte am Vorbereitungs- und Aufnahmetermin zur verabredeten Uhrzeit mit Ihrer Versichertenkarte im 2. OG gegenüber der Funktionsabteilung für den stationären Aufenthalt in unserer Klinik an. In der sog. ZPA (der Zentralen Patientenaufnahme) wird ein Chirurg Ihnen die bevorstehende Operation erläutern, einen Aufklärungsbogen mit Ihnen ausfüllen und eine Blutprobe entnehmen. Anschließend begeben Sie sich zu Ihrer Station. Eine Pflegefachkraft wird ein Aufnahmegespräch mit Ihnen führen, in dem Sie Besonderheiten, wie zum Beispiel Diäten, Unterstützung beim Umkleiden oder der Körperpflege, besprechen können.

Außerdem erhalten Sie einen Ordner mit Informationsmaterial über Ihre Erkrankung und unser Darmzentrum, in den Sie alle Befunde und wichtige Unterlagen abheften können.

Der Stationsarzt wird Sie im Tagesverlauf untersuchen und Ihre bisherige Krankengeschichte mit Ihnen besprechen. Sie werden die Gelegenheit bekommen, alle Fragen, auch zum Aufklärungsbogen, zu klären. Da für den vorgesehenen Eingriff eine Narkose notwendig ist, wird auch der Anästhesist die geplante Durchführung mit Ihnen besprechen. Und auch hier werden Sie wieder Gelegenheit für weitere Fragen haben.

Zur Operationsvorbereitung werden wir an Ihrem Aufnahme- oder Vorbereitungstermin ein EKG sowie eine Computertomographie des Bauches und gegebenenfalls auch von der Lunge erstellen.

Während des stationären Aufenthaltes sind in der Regel neben der ärztlichen und pflegerischen Begleitung viele weitere Behandlungspartner zwischenzeitlich mit Ihnen beschäftigt. Hierzu zählen die Ernährungsberaterin hinsichtlich der bestmöglichen Ernährung nach der Operation und der Sozialdienstmitarbeiter hinsichtlich der Einleitung einer Rehabilitationsbehandlung. Unsere Psychoonkologin kann Sie bei eventuellen seelischen Beeinträchtigungen, die die Diagnose Darmkrebs vielfach mit sich bringt, unterstützen. Nicht zuletzt steht Ihnen unser Team der Stomatherapeuten mit Rat und Tat zur Seite, falls ein künstlicher Darmausgang notwendig geworden ist – was jedoch in nur wenigen Fällen erforderlich ist. In der Regel ist die Dauer Ihres stationären Aufenthalts nach Darmkrebsoperation kürzer als viele Patienten meinen. Im Durchschnitt beträgt die stationäre Verweildauer ca. 7 Tage, wobei wir die Entlassung aus stationärer Behandlung an Ihrem persönlichen Befinden ausrichten.

Die OP-Vorbereitung

Die OP-Vorbereitung

Für die vorgesehene Operation ist es sinnvoll, den Darm etwas zu reinigen. Dazu dürfen Sie schon ab dem Vortag, also dem Aufnahmetag, zum Mittagessen nur noch Tee, Wasser und Suppe zu sich nehmen. Ist bei Ihnen eine Operation mit der Anlage eines zeitweiligen Anus praeter (künstlicher Darmausgang) als Schutzmaßnahme geplant, müssen zusätzlich etwa 2 Liter Trinkflüssigkeit für eine Darmreinigung getrunken werden. Die günstigste Stelle für den künstlichen Darmausgang wird vor der Operation auf der Bauchdecke markiert.

Ab 20:00 Uhr dürfen Sie flüssige Kost, in der Zeit von 24:00 bis 5:00 Uhr 1 bis 2 Gläser Wasser zu sich nehmen. Ab dann müssen Sie bitte nüchtern bleiben, Sie dürfen weder essen und trinken noch rauchen. Zur Narkosevorbereitung gehört auch eine Schlaftablette, die Sie zur Nacht erhalten werden.

Ablauf am Operationstag

Ablauf am Operationstag

Zur Operationsvorbereitung erhalten Sie ein OP-Hemd und Kompressionsstrümpfe von uns. Falls Zahnprothesen vorhanden sind, bewahren Sie diese in geeigneten Dosen während der Operation auf. Nagellack sollte bitte entfernt werden. Verwenden Sie bitte zudem an diesem Tag keine Cremes oder Lotionen. Für Schmuck- und Wertgegenstände steht Ihnen ein Schranksafe zur Verfügung. Der Schlüssel kann beim Pflegepersonal abgegeben werden.

Den Zeitpunkt des Eingriffs können Sie beim Pflegepersonal erfragen. Sie werden mit dem Bett in den Überwachungsraum der Operationseinheit gefahren, dort werden Sie von Fachpflegern der Anästhesie weiter betreut.

Die Operation und die Zeit danach

Die Operation und die Zeit danach

Es ist vorgesehen, einen Teil des Dickdarms oder den Enddarm ganz oder teilweise zu entfernen. Das entnommene Gewebe wird an ein pathologisches Institut zur feingeweblichen Untersuchung geschickt. Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen uns nach ca. 4 Tagen vor und werden Ihnen unmittelbar mitgeteilt. Die Befunde werden dann in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen. Hier wird entschieden, ob im weiteren Verlauf zusätzliche Maßnahmen wie Chemotherapie oder Bestrahlungen als Ergänzung zur Operation notwendig sind, um einen optimalen Behandlungsverlauf zu erzielen.

Direkt nach der Operation werden Sie vom Pflegepersonal entweder wieder auf Ihre Station oder ggf. auf die Überwachungsstation gebracht. Die Überwachungsstation werden Sie bei gutem Verlauf in der Regel am Folgetag wieder verlassen können. In kurzen Abständen werden bei Ihnen die Vitalfunktionen (Blutdruck und Puls) überprüft. Außerdem erhalten Sie eine Schmerzbehandlung mit Infusionen. Sollte diese nicht ausreichend sein, wenden Sie sich bitte an das Pflegepersonal. Sie dürfen ca. sechs Stunden lang weder essen noch trinken. Danach fangen Sie in Absprache mit dem Pflegepersonal schluckweise an zu trinken.

Am Tag nach der Operationdürfen Sie wieder Tee und Suppe zu sich nehmen, am darauffolgenden Tag zusätzlich Joghurt. Wenn der Darm wieder aktiv ist und Sie Stuhlgang hatten, wird die Ernährung ab dem dritten Tag wieder aufgebaut. Sollten Sie einen Anus praeter erhalten haben, werden Sie vom Fachpersonal mit der Versorgung eines künstlichen Darmausgangs vertraut gemacht. Sie lernen die angemessenen Systeme und Materialien kennen und auf welche Besonderheit Sie in Zukunft achten sollten.

Mit Unterstützung einer Pflegefachkraft sollten Sie sich schon am Abend des Operationstages einmal auf die Bettkante setzen und am nächsten Tag auch schon wieder ein paar Schritte gehen. Denn die körperliche Mobilisation ist für Sie als Patient ein wichtiger Faktor, um schnell wieder gesund zu werden.

Die Operationswunde macht unter Umständen das Legen von Drainageschläuchen notwendig, die schon nach wenigen Tagen wieder entfernt werden können.

Behandlung nach der Operation

Behandlung nach der Operation

Nach erfolgter Operation und abgeschlossener feingeweblicher Untersuchung wird jeder Patient mit Dickdarm- oder Mastdarmkrebs in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt und ausführlich besprochen. An dieser Konferenz nehmen die behandelnden Chirurgen, die Kollegen der Onkologischen Klinik und der Strahlentherapie sowie die Pathologen, die die feingeweblichen Untersuchungen durchführen, teil. Anhand der Untersuchungsergebnisse wird für jeden Patienten individuell ein Behandlungskonzept erstellt.

Wurde der Tumor in einem frühen Stadium entfernt und konnten keine Tochtergeschwulste festgestellt werden, sind zunächst keine weiteren Maßnahmen notwendig. Über den Hausarzt erfolgt eine standardisierte Nachsorge.

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