Diagnose Darmkrebs – was tun?

Darmkrebs ist heilbar. Die aktuellen Therapieformen ermöglichen für viele Patienten eine Heilung, auch wenn bereits Metastasen festgestellt worden sein sollten. In jedem Fall muss der Tumor entfernt werden. Vorstufen von Darmkrebs (Polypen mit und ohne Zellveränderungen) können ohne Operation mit einer Darmspiegelung entfernt werden. Viele Darmoperationen können minimalinvasiv (Schlüssellochmethode) durchgeführt werden. Dadurch ist eine rasche Erholung, auch im hohen Alter, gewährleistet. Die meisten Operationen ermöglichen ein völlig normales Leben.

Auch wenn der Tumor bereits größer ist, wird zusätzlich zur Operation mit modernen Chemotherapien und einer gezielten Strahlentherapie für tiefsitzende Enddarmtumoren Heilung von Darmkrebs möglich.

Die kooperierenden Kliniken des Darmzentrums vom Franziskus Hospital bieten Ihnen das gesamte Therapiespektrum an. In Tumorkonferenzen werden die Therapien von Spezialisten vor und nach der Tumorentfernung individuell geplant.

Ob Aufklärung über die einzelnen Behandlungsschritte vor Ort, die seelische Verarbeitung der Krankheit oder Ihre Fragen zur Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Darmzentrums stehen Ihnen gern zur Verfügung. Denn wir möchten, dass Sie sich bei uns wohl fühlen und wir gemeinsam für Ihre Genesung aktiv werden.

Häufige Tumorerkrankung

Darmkrebs ist eine sehr häufige Tumorerkrankung in Deutschland. Jeder kann, trotz optimaler Ernährung und einem gesunden Lebensstil, betroffen sein. Die wichtigste Vorsorge ist die Darmspiegelung, die bei Blut im Stuhl oder generell für alle im Alter ab 55 Jahren unbedingt durchgeführt werden muss. Bei etwa fünf Prozent der Patienten liegt eine erbliche Vorbelastung vor. Untersuchungen und Beratungen, die für diese Patienten notwendig sind, werden in unserem Darmzentrum gewährleistet. Zögern Sie nicht, uns persönlich anzusprechen, wenn Sie Fragen haben.

Das Krankheitsbild

Was ist Darmkrebs?

Unter dem Begriff Darmkrebs werden Krebserkrankungen des Dickdarms (Coloncarcinom) und des Mastdarms (Rectumcarcinom) verstanden. Darmkrebs kann sich in allen Abschnitten des Dick- und Mastdarmes entwickeln. Am häufigsten kommt er im unteren Dickdarmabschnitt, in den unteren 30 bis 40 cm, vor.

In Deutschland erkranken nach Angaben des Robert Koch-Institutes etwa 70 000 Menschen pro Jahr an Darmkrebs. Seit Mitte der 70er-Jahre nimmt die Sterblichkeitsrate an Darmkrebs kontinuierlich ab. Dennoch ist Darmkrebs die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Darmkrebs tritt überwiegend ab dem 50. Lebensjahr auf. Das Durchschnittsalter beträgt bei Männern 69 Jahre, bei Frauen ist es mit 75 Jahren deutlich höher.

Vorsorge kann Darmkrebs verhindern

Die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs sind vielfältig. In den meisten Fällen lässt sich keine einzelne Ursache für die Krebsentstehung benennen. Bestimmte Faktoren erhöhen das persönliche Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Hierzu gehören vor allem bestimmte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, zum Beispiel ballaststoffarme Ernährung, häufiger Verzehr von rotem oder verarbeitetem Fleisch sowie ungenügender Konsum von Gemüse und Obst. Nikotin- und Alkoholkonsum sowie Bewegungsarmut und Übergewicht erhöhen ebenfalls das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (zum Beispiel Colitis ulcerosa) sind ebenfalls gefährdet. In seltenen Fällen sind angeborene Erbgutveränderungen vorhanden, die zu einer Häufung von Darmkrebserkrankungen in der Familie führen. Diese erblich bedingten Darmkrebsfälle sind selten. Insgesamt fünf Prozent aller Darmkrebserkrankungen gehen auf solche Vorbelastungen zurück.

Etwa 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen durch die Umwandlung von gesunden Darmzellen in Krebszellen über gutartige Vorstufen, die sogenannten Darmpolypen. Dies sind pilzähnliche Vorwölbungen der Darmschleimhaut, die in den Darmraum hineinwachsen.

Somit ist Darmkrebs eine der wenigen Krebserkrankungen, die durch Vorsorgemaßnahmen verhindert werden können. Wird Darmkrebs in einem frühen Stadium erkannt, sind die Heilungsaussichten gut. Bei einer Darmspiegelung können Krebsvorstufen entfernt werden, bevor sie entarten. Ab dem Alter von 50 Jahren haben Männer und Frauen einen Anspruch auf regelmäßige Untersuchungen im Rahmen des gesetzlichen Krebs-Früherkennungsprogramms. Hierzu gehört der Test auf verstecktes Blut im Stuhl (occultes Blut). Ab dem Alter von 55 Jahren hat jeder auch Anspruch auf eine Coloskopie (Darmspiegelung).

Eine Darmspiegelung sollte auf jeden Fall auch bei bestimmten Symptomen durchgeführt werden. Hierzu gehören Blut im Stuhl, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten oder auch länger anhaltender Durchfall und chronische Verstopfung.

Die wichtigsten Untersuchungsmethoden zur Darmkrebs-Früherkennung sind:

  • Austastung des Mastdarms
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl (Hämoccult-Test)
  • Darmspiegelung (Coloskopie).
Wachstum und Ausbreitung

Die Entstehungsgeschwindigkeit von Darmkrebs ist sehr langsam. Es dauert in der Regel viele Jahre, bis sich aus einem gutartigen Polypen Darmkrebs entwickelt hat. Durch die Entfernung der Polypen kann oftmals der Ausbruch der Krankheit verhindert werden.

Die Ausbreitung des Karzinoms wird mit einem bestimmten System, dem sogenannten TNM-System, erfasst. Hierbei steht das T für den Primärtumor, N für Lymphknoten und M für Fernmetastasen (Metastasen außerhalb der Lymphknoten). Nach den Untersuchungen werden diese Kategorien mit Ziffern und Buchstaben weiter differenziert, deren Kombination eine Aussage über die Ausbreitung des Karzinoms gibt. Anhand dieser Angaben kann dann der individuell passende Behandlungsplan erstellt werden.

Wenn Sie Einblicke in die weitere Aufschlüsselung des TNM-Systems bekommen möchten, schauen Sie auf die Seite der Deutschen Krebsgesellschaft oder sprechen Sie uns gern dazu an.

Klassifikation von Tumoren

Tumore wachsen sehr unterschiedlich und auch ihre Ausbreitung ist nicht immer gleich. Damit die richtige Behandlung durchgeführt werden kann, muss der Tumor klassifiziert werden. Diese Klassifizierung nimmt der Pathologe anhand der Gewebe- und Zelluntersuchung vor. Er beurteilt den Aufbau des Gewebes (Histologie) und das Aussehen der Zellen (Zystologie) und bestimmt Typ und Bösartigkeit (Malignität) des Tumors. Nach einheitlichen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) können so gutartige Tumore und Krebsvorstufen von bösartigen Tumoren eindeutig unterschieden werden.