Tipps für den Alltag

Es ist sehr unterschiedlich, wie Patientinnen mit der Erkrankung Brustkrebs umgehen, wie sie auf die Therapien reagieren und welche Energien sie für die Genesungszeit danach mobilisieren können. So kann jede Patientin nur allein herausfinden, was ihr in welcher Phase gut tut und wie sie zu neuen Kräften kommen kann. Für den einen ist es aktiver Sport, für den anderen ist es vielleicht eher Yoga – da sind die Geschmäcker, Bedürfnisse, Fähigkeiten und Kräfte sehr verschieden. Wir stellen Ihnen hier gern einige allgemeine Tipps für den Alltag vor, die Ihnen vielleicht gut tun können.

Sport nach Brustkrebs

Langsam wieder Bewegungsfreiheit gewinnen

Die Nachsorge ist ein sehr wichtiger Teil der ganzheitlichen Behandlung. Ein Bereich der Nachsorge kann sportliche Aktivität sein. Wenn es die Krankheit zulässt, ist es gut, so früh wie möglich mit leichter Bewegung zu beginnen.

Bereits während der Therapiezeit im Krankenhaus können Sie an den Start gehen. Mit leichten, sportlichen Übungen unterstützen Sie die körperliche Fitness und verbessern gezielt die Beweglichkeit. So können Muskeldysbalancen ausgeglichen und die Atemtechnik gefördert werden – und ganz nebenbei wird auch das Immunsystem gestärkt.

Mobilisierung der Kräfte
Ziel bei allen Bewegungen ist es, Ihnen ein angenehmes, befreiendes, motivierendes und energiespendendes Gefühl zu vermitteln. Gemeinsam in der Gruppe möchten wir Sie dabei unterstützen, Ihre körperlichen Kräfte zu mobilisieren, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und akzeptieren zu lernen. Zudem geben wir Ihnen Raum, um über Gefühle und Ängste zu sprechen.

Kostenerstattung durch die Krankenkassen
Rehabilitationssport wird nach § 44 Sozialgesetz IX gefördert und von vielen Krankenkassen bis zu 100 Prozent bezahlt. Rehasport kann und darf von jedem niedergelassenen Arzt verordnet werden und wird von den Krankenkassen zeitbegrenzt als Pflichtleistung gefördert und bezuschusst. Im Regelfall erfolgt die ärztliche Verordnung über 50 Übungseinheiten.

Schminktipps

Schminktipps und Gesichtspflege

In Zusammenarbeit mit der DKMS Life bieten wir Ihnen kosmetische Seminare an. Wenn Sie nach der Therapie angeschlagen oder unsicher sind, zeigen wir Ihnen, wie Sie zum Beispiel dezent Farbe in Ihr Gesicht bringen können.

Wir zeigen Ihnen, wie man mit einfachen Tricks die äußerlichen Folgen der Therapie, wie zum Beispiel Hautflecken oder Wimpernverlust, kaschieren kann. Auch hinsichtlich Tücher- und Kopfschmuck beraten wir Sie gern. Zudem geben wir Ihnen in unseren Seminaren die Möglichkeit, sich ungezwungen mit anderen Betroffenen über Ihre Erfahrungen auszutauschen.

Ernährungstipps

Worauf Sie im Alltag achten können

Eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen und Mineralien ist für unseren Körper immer wichtig, denn nur so kann er leistungsfähig sein und sich aktiv fühlen. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist um so wichtiger, wenn Ihr Körper sich angeschlagen und durch die Erkrankung geschwächt fühlt.

Tanken Sie Ihren Körper auf und tun sich etwas Gutes, indem Sie sich zum Beispiel viel an der frischen Luft bewegen, in die Sonne gehen und viele Vitamine zu sich nehmen. Es ist wissenschaftlich umstritten, inwieweit die Ernährung die Entstehung von Brustkrebs beeinflusst. Fest steht jedoch, dass es niemals der alleinige Grund ist, sondern immer ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Auf jeden Fall ist es gut, in jeder Krankheitsphase auf Nikotin zu verzichten und wenig Alkohol zu trinken, denn Ihr Körper braucht Energie, um wieder gesund zu werden.

Wenn Sie – zum Beispiel auch während der Chemotherapie – unter Appetitlosigkeit leiden, dann hilft es vielleicht, während den Mahlzeiten auf Getränke zu verzichten, kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen und langsam zu essen. Hören Sie auf die Bedürfnisse Ihres Körpers. Wir beraten Sie gern, wenn Sie weitere Frage rund um Ernährung haben.

Wie sage ich es meinen Angehörigen?

Die richtigen Worte finden

Ihre Angehörigen werden vermutlich bald merken, dass irgendetwas nicht stimmt. Daher gehen Sie am besten mit der Situation offen und ehrlich um. Denn nicht nur Sie haben Ängste und Sorgen und sind von der Diagnose überrascht, Ihren Angehörigen wird es ähnlich gehen. Der erste Schritt ist oft der schwerste – gern überlegen wir mit Ihnen gemeinsam, wenn Sie möchten, wie Sie die richtigen Worte gegenüber Ihren Angehörigen finden können.

Seien Sie sich sicher: Sie werden von Ihren Angehörigen in der Regel viel Unterstützung erfahren. Gemeinsam können Sie sich gegenseitig stützen und stärken und diese Zeit bewältigen. Versuchen Sie offen über Ihre Gefühle und Gedanken zu reden, um Anspannungen, Distanz und Unwohlsein zu vermeiden. Vielleicht ist es für Sie auch eine Lösung, eine dritte Person in das Erstgespräch mit einzubeziehen. Dies kann zum Beispiel die Hilfe von einer/einem Psychoonkologin/en sein. Sprechen Sie uns gern darauf an, wir geben Ihnen Informationen und vermitteln Ihnen Kontakte.

Es ist jedoch gleichzeitig ratsam, dass Sie sich überlegen, wem Sie von Ihrer Erkrankung erzählen, denn viele Menschen haben Angst vor Krebserkrankungen und wissen nicht, wie sie sich Betroffenen gegenüber verhalten sollen. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn manche Menschen mit der Situation überfordern sind. Sie werden schon die Personen finden, die Sie unterstützen und Ihnen helfen können oder einfach gut tun, in welcher Art und Weise auch immer.