Führungskraft mittleres Management im Gesundheitswesen

Diese Weiterbildung richtet sich an leitende oder zukünftig leitende Personen aus dem stationären und ambulanten Bereich des pflegerischen Gesundheitswesens. Sie schafft die Voraussetzung für einen umfassenden Kompetenzerwerb, der es ermöglicht, auf die zahlreichen Anforderungen des Gesundheitswesens und der Teamführung und -leitung adäquat zu reagieren.

Die Dauer der Weiterbildung beträgt mindestens 720 Stunden mit fünf integrierten, praktischen Hospitationswochen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt. Im Rahmen der Registrierung beruflich Pflegender können 40 Punkte erworben werden.

Allgemeine Informationen

Die Weiterbildungsmaßnahme für Leitungsaufgaben des mittleren Managements im Gesundheitswesen vermittelt zukünftigen und bereits tätigen Leitungskräften im Gesundheitswesen Fähig- und Fertigkeiten, um komplexe Führungsaufgaben in verschiedenen Bereichen pflegerischer Versorgung kompetent zu bewältigen. Hierbei werden breite Spektren an Wissensbeständen und möglicher professioneller Haltungen bearbeitet, die das umfassende fachliche und soziale sowie reflektierte Handeln des Einzelnen in einer berufsförmig organisierten Arbeit ermöglichen.

Die ein- bis anderthalbjährige Qualifizierungsmaßnahme besteht aus sieben bis acht intensiven Blockwochen, etwa dreißig einzelnen Unterrichtstagen, sowie fünf externen Hospitationen. Diese einwöchigen Praxisbesuche in den fachlichen Bereichen Führen und Leiten, Qualitätsmanagement und Pflege dienen der Erweiterung des Blickwinkels, des Erkennens sinnvoller, zum Vorbild annehmbarer, aber auch verbesserungswürdiger Strukturen und werden systematisch reflektiert. Hierzu bewerben sich die Teilnehmenden eigenständig bei den Unternehmen des Interesses.

Die Unterrichtstage beginnen um 08:00 und dauern bis 15:25 Uhr. Prüfungstermine werden zeitnah abgestimmt und mitgeteilt.

Die Weiterbildungsmaßnahme stützt sich in großen Teilen auf die Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft und entspricht der Verordnung über die Weiterbildung in Gesundheitsfachberufen Niedersachsen.

Die Weiterbildung bietet durch ihre pädagogisch-didaktische Modularisierung und der inhaltlichen Nähe zu Studienangeboten im Bereich Pflegemanagement beste Voraussetzungen für eine Anerkennung einzelner Themenbereiche durch Fachhochschulen, sodass im Einzelfall eine Studiengangsverkürzung im Falle eines Anschlussstudiums möglich ist. Zur Anerkennung von Credit Points im Studiengang "Pflegemanagement im Gesundheits- und Sozialwesen (B.A.)" besteht eine Kooperationsvereinbarung mit der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld.

Zielgruppen und Kompetenzerwerb

Zielgruppen:

  • Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflegende
  • Altenpflegepersonen
  • Hebammen und Entbindungspfleger
  • Therapeutische Berufe
  • Weitere Berufe nach vorheriger Abstimmung

Angebote des Kompetenzerwerbs im Rahmen der Weiterbildung (Auszüge):

  • Realistische Gestaltung des organisatorischen Rahmenkonzeptes im jeweiligen Arbeitsbereich
  • Kompetente Sicherstellung einer fach- und patientengerechten Pflege unter Beachtung des definierten Rahmenkonzeptes
  • Zielgerichte Anwendung von Kommunikations- und Konfliktlösungskompetenzen
  • Kritische Analyse der eigenen Persönlichkeit und Ableitung möglicher Vor- und Nachteile sowie Maßnahmen
  • Konsequente Reflektion der beruflichen Tätigkeit
  • Sinnvolle Mitarbeiteranleitung und -beratung, sowie -entwicklung
  • Situationsgerechter Einsatz von Teamentwicklungsmaßnahmen
  • Bedarfsgerechte Personaleinsatzplanung
  • Zielgerichtete und kreative Anwendung von Führungstools
  • Passgenaue Kenntnis theoretischer Konstrukte im Bereich der Organisation und Ökonomie des Gesundheitswesens
  • Systematische Analyse kritischer Punkte und konsequente Einleitung von Verbesserungsmaßnahmen
  • Sachgerechte Beurteilung rechtlicher Erfordernisse
  • Kompetenter Einsatz von Gesprächstechniken
  • Motiviertes Streben nach einer gut gelingenden, vernetzten und multiprofessionellen Zusammenarbeit

Inhalte der Weiterbildung

Themeneinheit I

Themeneinheit I "Führen und Leiten - Grundlagen, Reflektion und Umsetzungskonzepte" dient übergeordnet dem Erwerb folgender Befähigungen:

  • Die Teilnehmenden sind befähigt, kritisch und reflektiert ihren Führungsstil zu analysieren und sinnvoll-systematisch Führungs- und Teamentwicklungstools einzusetzen.

  • Die Leitungspersonen verfügen über empathische und kommunikative Kompetenzen, um die Zusammenarbeit in einem multiprofessionellem Team aktiv und problemlösend gestalten zu können.

  • Die Teilnehmer kennen die rechtlichen Grundlagen, welche sie befähigen, Mitarbeiter und Klienten sinnvoll zu schützen. Diese ermöglichen, zusammen mit dem Erwerb von Grundlagenwissen über die Dienstplangestaltung, bedarfsgerechte Personaleinsätze auszuarbeiten.

Themeneinheit II

Themeneinheit II "Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung" führt hauptsächlich in folgenden Aspekten zu einem Kompetenzerwerb:

  • Die Teilnehmenden können unterschiedliche Qualitäts(management)konzepte in der beruflichen Praxis anwenden.

  • Die Führungspersonen sind befähigt, Managementtools anzuwenden und in Form eines Projektes umzusetzen.

  • Sie sind befähigt, Arbeitsabläufe als auch pflegerische Erhebungen und Interventionen auszuhandeln, zu diagnostizieren, zu planen, umzusetzen und zu evaluieren.

  • Sie sind befähigt, Inhalte nach wissenschaftlichen Kriterien zu erarbeiten, festzuhalten und unter Verwendung elektronischer Medien zu präsentieren.

Themeneinheit III

Themeneinheit III "Gesundheitswesen" zielt primär darauf ab, in folgenden Anteilen zu qualifizieren:

  • Die Teilnehmenden kennen Modelle zu Gesundheit und Krankheit und sind befähigt, dies als Grundlage für gesundheitsfördernde Maßnahmen anzuwenden.

  • Sie beherrschen theoretische Kenntnisse im Bereich der Organisation und Ökonomie des Gesundheitswesens. Hierdurch schätzen diese die Bedeutung von Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen sicher ein und verstehen den Aufbau des deutschen Gesundheitswesens. Die Leitungspersonen beleuchten ihre Arbeitsumgebung sicher und zielgerichtet auf entwicklungsfähige, ökonomische Aspekte.

Themeneinheit IV

Themeneinheit IV "Pflege und Pflegewissenschaft" fokussiert vor allem auf die Ausbildung in den nachfolgenden Zusammenhängen:

  • Die Teilnehmenden kennen wesentliche Pflegetheorien und sind in der Lage, diese professionell, adäquat und systematisch in der pflegerischen Praxis umzusetzen.

  • Das Leitungspersonal bezieht in ihren Pflegeinterventionen und professionellen Handlungen grundlegende, aktuelle (pflege)-wissenschaftliche Erkenntnisse ein; die Bedeutung einer pflegerischen Professsionalisierung ist verinnerlicht.

  • Die Befähigten beziehen sicher Experten- und Pflegestandards in ihre Pflegeinterventionen und professionellen Handlungen ein.

Prüfungen und Erfordernisse

Im Rahmen der Qualifizierung sind folgende Leistungen zu erbringen, welche dem Nachweis des beruflichen Kompetenzerwerbs dienen:

1. Referat

1. Referat:Präsentation einer relevanten Thematik (curricularer Bezug) mit schriftlicher, fundierter Ausführung. Zielsetzung des Referates ist es, dass alle Teilnehmenden in der Lage sind, ein Thema in Kürze, inhaltlich fundiert und anschaulich darzulegen. Dies ist für die berufliche Tätigkeit als pflegerische Leitung zum Beispiel in Teamsitzungen oder in Konferenzen mit anderen Berufsgruppen bedeutsam.

2. Hausarbeit

2. Hausarbeit: selbständig erstellte, schriftliche, wissenschaftlich fundierte Ausarbeitung mit einer achtwöchigen Bearbeitungszeit zu einer relevanten Thematik (curricularer Bezug), die aufgrund einer bedeutsamen beruflichen Problemstellung hergeleitet wird.

3. Klausur

3. Klausur: Die schriftliche Prüfung besteht aus einer Aufsichtsarbeit. Die Bearbeitungszeit beträgt drei Zeitstunden. Der Gegenstand der Aufsichtsarbeit kann dem gesamten Stoff der Weiterbildung entnommen werden (curricularer Bezug). Die Aufgabe ist problem- oder projektbezogen.

4. Kolloquium

4. Kolloquium:Absolvierung einer mündlichen Prüfung, welche am Thema der Hausarbeit orientiert ist. Ziel der mündlichen Prüfung ist es, das Wissen über und das Verständnis der Thematik durch die Teilnehmenden zu ergründen. Eine Reflektion und Evaluation der Erarbeitung ist ebenso ein Aspekt der Prüfung.

Die errechneten Noten werden am Ende der Weiterbildung durch den Faktor 5 geteilt und zu einer ganzen Note gerundet. Die Prüfungstermine und Abgabefristen werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Während der Erstellung der Referate und Hausarbeiten werden intensive Beratungen und Lernbegleitungen ermöglicht.

Eine Fehlzeitenquote von bis zu 10% ist zulässig.

Finanzierung und Fördermöglichkeiten

Die aktuellen Kosten der Weiterbildung betragen 2950 Euro. Eine Ratenzahlung in monatlichen Teilbeträgen ist möglich.

Eine Stornierung kann nur schriftlich erfolgen. Hierbei gelten folgende Stornogebühren:

  • 28 Tage vor Beginn der Weiterbildung ist die Stornierung kostenfrei.

  • Eine Stornierung innerhalb der letzten 28 Tage bis zu einem Tag vor Kursbeginn ist mit 50% der Bruttokursgebühr kostenpflichtig.

  • Nach Start der Weiterbildung ist weder eine Umbuchung noch eine Stornierung möglich; hierbei fallen bei Nichterscheinen die vollen Kursgebühren an. Diese Regelung gilt unabhängig vom Grund der Stornierung und auch bei Vorlage eines Attestes.

  • Umbuchungen vor Start der Qualifizierungsmaßnahme sind schriftlich und gegen eine Gebühr von 40 Euro möglich. Eine Umbuchung liegt nur dann vor, wenn gleichzeitig mit der Bekanntgabe der neue Termin der Teilnahme oder der Alternativteilnehmende festgelegt wird; andernfalls handelt es sich um eine Stornierung.

Fördermöglichkeiten:In Deutschland bestehen vielfältige Fördermöglichkeiten für Weiterbildungen. Eine passgenaue Überprüfung kann unser Bildungsangebot noch kostengünstiger werden lassen. In NRW kann ein Bildungscheck beantragt werden. Eine Weiterbildungsberatung vorab ist verpflichtend.

Weitere Informationen

Weiterbildungsberatung in Nordrhein-Westfalen

www.weiterbildungsberatung.nrw

Bildungsurlaub.de

www.bildungsurlaub.de