Ein zertifiziertes Prostatazentrum
Vernetzt arbeiten – bessere Therapien ermöglichen
Durch die zunehmende Lebenserwartung wird fast jeder Mann im Laufe seines Lebens mit einer Erkrankung seiner Prostata konfrontiert: Unser Prostatazentrum ist dann die richtige Anlaufstelle für Sie: Hier erhalten Sie eine optimale Versorgung. Seit Mai 2006 ist unser Prostatazentrum zertifiziert – Sie erwartet also beste Qualität in allen Leistungen. Wir pflegen und schätzen die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen und Abteilungen unseres Hauses, um optimale und leitliniengerechte Therapiekonzepte für Sie zu gewährleisten.
Durch den interdisziplinären Austausch zwischen den Fachbereichen unserer Klinik und dem niedergelassenen Arzt beleuchten wir Ihre Erkrankung im Prostatazentrum ganzheitlich. So erreichen wir gemeinsam mit Ihnen die optimale Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei urologischen Krebserkrankungen. Sollten sie sich gegen eine Operation und primär für die alternative Durchführung einer Bestrahlung entschließen, oder sollte dies nach einer Operation zusätzlich notwendig werden, so wird dies in enger Kooperation mit der Klinik für Strahlentherapie unseres Hauses durchgeführt.
Auch weitere körperliche und psychologische Probleme decken wir auf und behandeln sie. Andrologische Eingriffe an Penis, Hoden und Harnröhre gehören beispielsweise zu den häufigsten Operationen im Prostatazentrum und lassen sich meist als kurzzeitstationäre Eingriffe durchführen. Dabei endet die Betreuung für Sie nicht an der Klinikpforte: Uns liegt die Weiterbehandlung aller Patienten sehr am Herzen.
Die Prostata ist eine Drüse, deren Sekret für die Bewegungsfähigkeit von Spermien für die Befruchtung einer Eizelle notwendig ist. Sie befindet sich direkt unterhalb der Harnblase und wird daher auch Vorsteherdrüse genannt. Die Harnröhre nimmt am Blasenausgang (dem »Blasenhals«) ihrem Weg durch die Prostata Richtung Penis. Im Alter vergrößert sich die Prostata und bedingt somit eine Verschlechterung des Harnstrahls. Der Urologe spricht dann von einem gutartigen Prostatasysndrom (Benignes Prostatasyndrom – kurz BPS), das verschiedene Symptome mit sich bringen kann. Etwa 30% der Männer über 65 Jahre leiden an den Symptomen einer gutartigen Vergrößerung der Prostata.
Zu den Symptomen zählen häufiges, insbesondere auch nächtliches Wasserlassen, schwacher Harnstrahl, Startverzögerung, unangenehmer Drang und Resturinbildung. Ist das Wasserlassen gar nicht mehr möglich, spricht man von einem Harnverhalt. Bestehen die Symptome über Jahre, kann es zu einer chronischen Schädigung der Harnblase und der Nieren kommen. Die Blase wird »überdehnt« und verliert ihre Muskelkraft. Durch die chronische Abflussstörung können sich zudem wiederkehrende Infekte einstellen oder sogar Steine in der Blase bilden.
Den meisten betroffenen Patienten hilft in dieser Situation eine medikamentöse Therapie. Kommt es trotz der Medikamente zu einer Zunahme der Beschwerden, so ist eine Operation in vielen Fällen unumgänglich. Hierzu stehen verschiedene Operationsmöglichkeiten zur Verfügung. Grundsätzlich unterscheidet man Operationen, die durch die Harnröhre (transurethral) durchgeführt werden von Operationen, die einen Bauchschnitt erfordern.
Bei der transurethralen Operation (Transurethrale Resektion der Prostata- kurz TUR-P) erfolgt ein »Ausschälen« (Resektion) des gutartigen Gewebes mit einer elektrischen Schlinge. Hierbei handelt es sich um das klassische und bewährte Verfahren mit den weltweit besten Ergebnissen. Das gesamte entfernte Gewebe kann nach einer TUR-P durch den Pathologen auf weitere krankhafte Veränderungen untersucht werden. Alternativ kommt Lasertechnik zum Einsatz, bei der das Prostatagewebe weitgehend verdampft wird. Bislang ist die Operationsdauer der Laserbehandlung deutlich länger als die der klassischen Resektion. Da das Gewebe sich im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch auflöst, erlaubt die Lasermethode keine endgültige Beurteilung des gewucherten Gewebes durch den Pathologen; daher bieten wir das Laserverfahren in unserer Klinik derzeit nicht mehr an.
Die Medizin entwickelt sich ständig weiter; zwischenzeitlich ermöglichen Verbesserungen der klassischen Resektionsmethode ebenfalls ein schonendes und blutarmes Verdampfen der Prostata z. B. bei Patienten, die auf eine Blutverdünnung angewiesen sind, mit nur wenigen Veränderungen des herkömmlichen Instrumentariums.
Bei der Schnittoperation der Prostata wird der gutartig vergrößerte Drüsenanteil über einen kleinen Unterbauchschnitt nach Eröffnen der Harnblase entfernt (Transvesikale Adenomenukleation der Prostata – kurz TVP). Dieses Verfahren ist bei besonders großen Prostatadrüsen von Vorteil.
Der Prostatakrebs (Fachbegriff »Prostatakarzinom«) ist mit 25,4 % die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Im Mittel liegt das Erkrankungsalter bei 69 Jahren. Durch die ständig verbesserten diagnostischen Möglichkeiten nimmt die Anzahl an jüngeren Patienten einerseits deutlich zu, andererseits wird unsere Gesellschaft stetig älter. Die Anzahl der Patienten mit nachgewiesenem Prostatakrebs wird daher in den kommenden Jahren stetig ansteigen.
Unsere Klinik bietet das gesamte Spektrum der modernen Diagnostik und Therapie von Patienten mit Prostatakrebs. An dieser Stelle kann aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten rund um die Erkrankung nur ein oberflächlicher Einblick in das Krankheitsbild gegeben werden. Zögern Sie daher bei näherem Interesse nicht, uns persönlich anzusprechen.
Sollte während einer Vorsorgeuntersuchung der nachhaltige Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms aufkommen, werden in einem ambulant durchführbaren Eingriff Gewebsproben aus der Prostata entnommen (sog. »Biopsie«). Dieser Eingriff, den Patienten früher mit Schmerzen und Unbehagen verbanden, wird heute sehr elegant unter Ultraschallkontrolle und örtlicher Betäubung durchgeführt. Die Proben werden anschließend einzeln aufgefangen und von einem Pathologen mikroskopisch untersucht.
Unsere Klinik verfügt über Ultraschallgeräte der modernsten Generation, sodass eine sehr exakte Biopsie möglich ist. Ferner bieten wir die sogenannte »Elastografie« an. Es handelt sich hierbei um eine besondere Form der Ultraschalluntersuchung, die viel feiner als der tastende Finger des Untersuchers Dichteunterschiede in der Prostata darstellen und so weniger elastisches, möglicherweise tumorverdächtiges Gewebe für die gezielte Biopsie kenntlich machen kann.
Sollte sich nach einer Biopsie tatsächlich ein Prostatakarzinom bestätigen lassen und eine Operation die von Ihnen favorisierte Behandlung sein, bietet unsere Klinik folgende Operationsmöglichkeiten:
- Offene retropubisch Prostatektomie
- Laparoskopische (minimal-invasive) Prostatektomie
Beide Verfahren gelten heute als Standardoperationen in der modernen Urologie und werden von uns ggf. mit Entfernung von Lymphknoten und/oder Erhalt der Gefäß-Nervenbahnen, die für die Erektion verantwortlich sind, durchgeführt.
Aufnahmetag
Am Aufnahmetag kommen Sie zur vereinbarten Uhrzeit in das Sekretariat der Klinik. Sie brauchen nicht nüchtern zu sein. Bitte denken Sie daran, eventuell vorhandenen Unterlagen Ihres Arztes mitzubringen, auch Unterlagen über frühere Krankenhausaufenthalte oder Krankheiten können wichtig sein. Bitte bringen Sie auch eine Liste der Medikamente mit, die Sie regelmäßig einnehmen. Nach der Aufnahme durch unser Casemanagement erfolgen die Voruntersuchungen des aufnehmenden Arztes, eventuell müssen im Laufe des Tages noch Zusatzuntersuchungen (Röntgen, Ultraschall, EKG, usw.) durchgeführt werden. Am Nachmittag wird Sie der Narkosearzt besuchen und mit Ihnen die Narkoseform bei der Operation besprechen. Der Operateur, der die radikale Prostatektomie durchführen wird, kommt Sie besuchen und wird Sie noch einmal über den Eingriff und den Operationszeitpunkt aufklären (in ganz seltenen Fällen kann der Operationstermin verschoben werden, wenn medizinische Gründe uns zwingen). Sie werden nur von erfahrenen Operateuren (Chefarzt/ Oberarzt) operiert, alle mit Erfahrungen von mehreren hundert solcher Eingriffe. Zur Nacht erhalten Sie ein Schlafmittel (Prämedikation), dieses ist bereits ein Teil der Narkosevorbereitung, damit Sie stressfrei in die Operation am Folgetag gehen.
Operationstag (Tag 0)
Heute werden Sie operiert, bitte bleiben Sie nüchtern. Nach der Operation ruft der Chirurg auf Wunsch Ihre Angehörigen an und berichtet über den Verlauf. Nach kurzem Aufenthalt im Aufwachraum werden Sie auf die Überwachungsstation gebracht, dort verbleiben Sie bis zum Folgetag. Hier können Sie Ihre Angehörigen bereits besuchen. Abends gibt es einen Tee und ein Yoghurt, Sie dürfen das erste Mal mit Hilfe aufstehen.
Tag 1
Rückverlegung von der Überwachungsstation auf die Normalstation. Dort empfangen Sie das Pflegepersonal und Ihre Stationsärzte. Heute dürfen Sie mehr aufstehen und bekommen leichte Kost. Sie werden bei der Visite genau über den Operationserfolg informiert.
Tag 2
Heute erfolgt der erste Verbandwechsel, u. U. werden bereits die Wunddrainagen gezogen. Sie bekommen ein mildes Abführmittel. Sie fühlen sich besser und können mehr aufstehen.
Tag 3
Sie können das erste Mal wieder duschen gehen! In der Regel bekommen Sie wieder normale Kost und Sie benötigen keine oder nur noch wenig Schmerzmittel.
Tag 4 bis 6
Der Heilungsverlauf schreitet voran und Sie fühlen sich von Tag zu Tag besser und kräftiger. Sie sollten an der Schließmuskelgymnastik in der Abteilung für Physiotherapie teilnehmen (Termine werden Ihnen auf Station mitgeteilt). Das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung kommt und der Stationsarzt/ Oberarzt bespricht mit Ihnen den Befund und die Prognose.
Tag 7
Heute erfolgt in der Regel das »Zystogramm«. Mit dieser Röntgenuntersuchung wird überprüft, ob die neue Verbindung zwischen Harnblase und Harnröhre bereits verheilt ist (Wahrscheinlichkeit 80 – 90%). Erst dann kann der Katheter gezogen werden, was für Sie nicht schmerzhaft ist (Sollte die Verbindung noch nicht verheilt sein, verbleibt der Katheter noch einige Tage in der Harnröhre/ Blase). Jetzt lassen Sie wieder »Wasser« über die Harnröhre. Häufig können Sie den Urin schon gut halten, und Sie verlieren nur wenig Harn bei Bewegungen.
Es besteht die Möglichkeit einer stationären Anschlussheilbehandlung in einer entsprechenden Rehabilitations-Klinik. Der Sozialdienst organisiert diesen Aufenthalt für Sie.
Wenn Sie morgen entlassen werden (was Ihnen die Stationsärzte ggf. bei der Visite am Nachmittag mitteilen), erhalten Sie am Abend noch ein »Entlassungsgespräch« durch den Stationsarzt oder Oberarzt.
Entlassungstag
Nach der Visite und dem Frühstück dürfen Sie das Krankenhaus verlassen. Bitte organisieren Sie eine Abholmöglichkeit. Für Ihren einweisenden Arzt bekommen Sie einen (vorläufigen) Arztbrief, in dem bereits alles Wesentliche über Ihren stationären Verlauf vermerkt ist.
Kontakt
Anmeldung und Information
Sekretariat der Klinik für Urologie
Tel.: 0521 589-1401
Fax: 0521 589-1404
urologie@@franziskus.de
Sprechstunden
Privatsprechstunde
Montags
nach Vereinbarung
Zweitmeinung
Donnerstags von 11:00 bis 14:00 Uhr
Ambulantes Operieren
Mittwochs von 9:00 bis 12:00 Uhr
Prostatabiopsie (gesetzl. Versicherung)
Dienstags von 8:00 bis 10:30 Uhr
Prostatabiopsie (private Versicherung)
Donnerstags von 8:00 bis 10:00 Uhr
Kontinenzsprechstunde
Mittwochs von 9:00 bis 12:00 Uhr
Onkologische Sprechstunde
Mittwochs von 14:30 bis 15:30 Uhr
Neurologische Sprechstunde
nach Vereinbarung
Andrologische Sprechstunde
Freitags von 14:00 bis 15:00 Uhr
Case Management
Carola Lönard
Tel.: 0521 589-71477
Fax: 0521 589-1404
carola.loenard@@franziskus.de
Stationsleitungen
Cornelia Riek
Station U1
Tel.: 0521 589-1410
Rada Mujanovic
Station U2
Tel.: 0521589-1420
Medien
Unser Klinikfilm

